Zuwachs in der Villa Wundervoll

zuwachsindervillawundervollDas Haus in dem wir leben ist „eigentlich“ zu groß für uns. Als wir hierher zogen dachten mein Mann und ich, dass wir viel Platz für uns und meine Stiefkinder bräuchten, die in unregelmäßigen Abständen hier sind.

Inzwischen hat sich meine Einstellung dazu komplett geändert. Das liegt vielleicht an der Zeit, die vergangen ist, aber sicher auch an den Erfahrungen, die ich gesammelt habe (zum Beispiel in Schweden). Manchmal empfinde ich unser Haus als viel zu groß für uns.

Räume, die kaum genutzt werden. Viel Platz um unnötigen Kram anzusammeln und aufzubewahren. Den ich nie brauche oder anschaue.

Auf der anderen Seite steht dieses Haus an einem traumhaften Ort. Die Kulisse ist beeindruckend und wunderschön. Müsste ich mich also entscheiden zwischen einem kleineren Haus in weniger schöner Lage und dem „zu großen“ Haus in toller Lage würde ich wieder das große Haus nehmen 😉

Seit gestern steht hier aber alles Kopf. Zumindest in meinem Kopf. Denn mein Mann bekam SOS von einer alten Freundin aus der alten Heimat gefunkt. Besagte Freundin wanderte in die Schweiz aus. Von dort ging es weiter nach Afrika. Nun sucht sie aber wiederum eine Bleibe in Deutschland. Möglichst schnell. Mit Kind, Lebensgefährten und zwei Hunden. So lange wie es nötig ist.

Mein Mann spielte mir eine fast schon verzweifelte Audionachricht vor und mein (Yogi-) Herz sagte: „Ja, wir helfen.“

Freundin und Mann quatschten noch ein bisschen, besprachen ein paar Eckdaten- letztendlich sollen sie aber erstmal ankommen und Ruhe einkehren lassen. Zwischenrein und anschließend sprachen auch mein Mann und ich grob durch- Welche Zimmer stellen wir ihnen am Besten zur Verfügung? Hier ein bisschen umstellen, da noch ein Regal dazu. Welche Schule kommt für das Kind in Frage? Aber auch hier kamen wir zum Ergebnis: Erstmal ankommen und Ruhe einkehren lassen.

Dann kam aber mein Verstand. Mein Geist. Bei dem diese Yogi Sache noch nicht ganz ankam 😉 Oh darüber möchte ich übrigens unbedingt noch einen Artikel schreiben denn es ist so ungeheuer spannend was diese Yogaausbildung mit mir macht!

Mein Geist wehrte und sträubte sich. Er drehte völlig durch und mutierte zu diesem kleinen, grünen, zornig dreinschauendem Monster, das in meiner „Blumenwiese“ sitzt:

„Ich kenne die doch nur ganz flüchtig vom Sehen. Und jetzt soll ich die hier rein lassen. Und mein Mann hat doch auch nur noch so sporadisch Kontakt gehabt. Wie gut kennen die sich denn überhaupt? Ey das sind Punker! Die sind vielleicht den ganzen Tag high oder besoffen! Das Kind ist womöglich total verwahrlost. Und die machen mir hier vielleicht was kaputt oder klauen. Und dann noch zwei Hunde?! Kommen die mit unserer Hündin überhaupt klar? Wie gehen die mit unserer Tochter um? Und wo sollen denn die Stiefkinder schlafen, wenn sie da sind? Und überhaupt hab ich keinen Bock mehr auf Punks. Erst recht nicht aus eben genau dieser Stadt! Ich will von der ganzen Sippe nix mehr wissen. Bääääh.“

Heute Morgen, nachdem ich die Räubertochter in den Kindergarten gebracht hatte, machte ich einen Spaziergang mit der alten Hundedame durch den Schnee (ja, hier schneit es tatsächlich!). Anschließend fuhr ich ein paar Schubkarren Brennholz ins Haus und machte es mir schön kuschlig warm.

Dann war es Zeit für meine Atemübungen und meine Meditationspraxis. Aber auch nach der doppelten Anzahl an Atemrunden kam ich irgendwie nicht zur Ruhe.

Ich öffnete also zornig die Augen, wollte meine Praxis schon hinschmeißen und sah dann… das grüne Monster.

Und dann lachte ich erstmal laut los. Über mich selbst und meine Ignoranz. Natürlich. Wie soll das klappen mit der Meditation bei diesen vielen, bescheuerten, völlig irrationalen Gedanken? Ich nahm das Monster wortwörtlich in den Arm- und anschließend auch meine misstrauischen, ängstlichen Gedanken.

Mit Monster auf dem Schoß machte ich mich nochmal an meine Atemübungen und die Meditation. Dass es nun wesentlich besser klappte, brauche ich eigentlich gar nicht erwähnen, oder?!

Ich wünsche Dir eine wundervolle Woche! Ich geh nun im Badezimmerschrank Platz machen… aus tiefer Überzeugung, in Vertrauen, mit ganz viel Liebe.

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