Seelengespräch mit T.

T. studierte und arbeitet in Berlin. „Zuhause“ ist sie in Oberfranken. Sie häkelt, strickt, näht und spinnt gerne und ich bewundere oft ihr Geschick diesbezüglich. T. wuchs ohne ihren Vater auf. Zu Ihrer Mama und auch zu ihrer Oma, die vor zwei Jahren starb, hat/hatte sie deshalb eine außergewöhnlich enge Bindung. Unter diesen Umständen stellen in ihrem Leben aber auch die Themen Vertrauen, Bindung, Bestätigung oftmals Probleme dar. T. wog bei einer Körpergröße von 172cm über 90 kg. Inzwischen bringt sie etwa 63kg auf die Waage. Zufrieden mit Ihrem Körper ist sie dennoch nicht. Wir kennen uns bereits seit über 10 Jahren. Trotzdem wagten wir es, uns im Zuge meines Projekts ganz „neu kennen zu lernen“.


Mit Kameras, Funkauslöser, Handy, Diktiergerätapp und einem kleinen Notizbuch als Mitbringsel kehre ich bei T. bzw in die Küche ihrer Mama ein.

Einen konkreten Plan haben wir nicht. T. ist sich nicht sicher ob sie sich zeigen oder lieber anonym bleiben möchte. Wir wissen nicht genau worüber wir sprechen könnten und nehmen uns deshalb vor uns erstmal „normal“ zu unterhalten und mögliche Themen zu besprechen bevor wir aufzeichnen wollen.

… aber da sind wir schon mittendrin.

Ich erzähle von meiner Meditationspraxis, von dem klischeehaften Lotussitz und wie ich momentan mit unguten Gedanken umgehe. Ich male ihr in den buntesten Farben meine Vorstellung eines Hochhauses in den Kopf, auf dem ich sitze, die fahrenden Autos (=Gedanken) beobachte, sie aber nur aus der Ferne betrachte und mich nicht weiter mit ihnen beschäftige.

T. erzählt vom Umgang mit einer Freundin, der ihr momentan etwas schwer fällt weil sie sich unverstanden fühlt. Wir vertiefen dieses Thema und kommen zu den Gedanken, dass es so unglaublich viele verschiedene Menschen gibt und dementsprechend auch verschiedene Herangehensweisen wenn es um Herausforderungen geht. Das zu akzeptieren scheint manchen Menschen nicht immer zu gelingen.

„Ganz nebenbei“ stelle ich meine Kamera mit Stativ und Funkauslöser auf und schalte meine Diktierapp ein.

Trotzdem geraten wir beide etwas ins Stocken. Ungewohnt ist das „beobachtet“ zu werden.

T. holt ihren Kalender um sich eventuell gute Impulse aufschreiben zu können und wir sprechen über linierte, karierte und „punktkarierte“ Hefte, die ich bis dato noch gar nicht kannte. T. betont das sie beim Schreiben ein bisschen den „Halt der Linien“ bräuchte. Ich dagegen schreibe gerne auf leeres Kopierpapier um mich „frei“ zu fühlen.

Während T. einen „Party-Meerschweinchen Kalender“, für den sie sich „manchmal auf der Arbeit schämt, ihn aber dennoch mag“, ein Glückstagebuch und ein Buch für ihre Gedanken, „die sie loswerden bzw aus dem Kopf bekommen möchte“, besitzt, habe ich lieber alles zusammen.

T. liebt es ganze, viele und lange Sätze zu schreiben während ich ein Freund von Stichpunkten bin, die ich übrigens mit einem + einleite und nicht mit einem Gedankenstrich weil ich diesen als negativ empfinde (Gedankenstrich = Minus = negativ).

So unterschiedlich sind also unsere Aufzeichnungen.

T. notiert sich die Gedanken „Entscheidungen treffen“ und „Tut mir das gerade gut?“, der vor unserer Tonaufzeichnung aufkam.

Wir kommen auf das Thema Hobbys, Häkeln/Stricken/Nähen und T.s Gedanke, der hin und wieder aufploppt, alles zu verkaufen weil sie manchmal „zu wenig Zeit“ dafür hat. „Dieser Kram der in meinem Schrank liegt macht hauptsächlich ein schlechtes Gewissen“. Eine große Auswahl an Wolle zuhause zu haben ist prima. Toll anzuschauen ist das auch. Aber oft kommt da das schlechte Gewissen.

Sie erzählt mir vom Sommerfest der Obdachlosenhilfe, bei der gemeinschaftlich gestrickt wurde. Ein großer Karton Wolle stand zur Verfügung, tausend Farben in toller Qualität, noch mehr Möglichkeiten diese zu kombinieren. So macht das Hobby Spaß.

Ich frage mich und auch T. ob dieses Hobby zuhause so gut umsetzbar ist.

Das Hauptproblem zuhause, sagt sie, sei eher dieser Gedanke „Ich brauche doch nichts. Ich hab doch alles“. T. möchte Stricken um des Stricken willens, nicht wegen des entstehenden Produkts. „Ich hab schon fünf Schals. Ich brauche keinen sechsten Schal! Aber es macht mir Freude.“

Das Stricken für die Obdachlosenhilfe macht ihr Spaß weil die gestrickten Schals dort einen „Sinn“ haben. Die fertigen Sachen zuhause liegen meist nur rum.

T. erzählt von dem Gedanken einer „Geschenkekiste“. Stricken auf Vorrat. Jeder darf reingreifen wenn er Bedarf hat. So verstaubt nichts. Außerdem bereitet es T. große Freude zu schenken. Dieser Gedanke der Geschenkekiste gefällt auch mir.

Das Wort „Wertschätzung“ ploppt in mir auf.

Fühlt sie sich und/oder ihre Arbeit gewertschätzt wenn sie diese Schals, Handschuhe und Mützen verschenkt? „Ja, doch, ich glaube schon“, sagt sie. „Aber das war gar nicht so der ausschlaggebende Punkt. Eher hatte ich das Gefühl das sich der Beschenkte einfach freut weil er etwas für ihn wertvolles geschenkt bekommen hat.“

Nach einer kurzen Pause zeigt mir T. ein Foto auf ihrem Handy. Sie verwendete dieses Foto beim Friseur als sie sich die Haare kurz schneiden lies. „So wäre ich gern“, sagt sie. Ich möchte wissen was die Frau auf dem Foto für sie ausstrahlt. „Selbstbewusstsein. Eleganz irgendwie. So ein bisschen distanziert, abgeschottet von der Welt.“ Solche Fotos hätte sie gerne von sich selbst.

Sie wäre gerne „näher bei sich selbst“, wünscht sich „Glamour“ im eigenem Leben. Nicht im finanziellem Sinn sondern indem man mehr auf sich achtet, das macht womit man sich gut fühlt. „Mehr Ausstrahlung. Eleganz. Nicht so schlotzig daher kommen, auf sich selbst achten. Aber nicht übertrieben, nicht sich für alles zu schade zu sein….“

Ist das negativ sich für etwas zu schade zu sein frage ich mich. Und anschließend sie. „Wenn du nachfragst.. nein eigentlich nicht.“

Ich empfinde die Aussage „sich für etwas zu schade sein“ etwas unglücklich formuliert. Die Botschaft dahinter finde ich aber nicht schlimm, sogar gut. Zu sagen „das mache ich nicht, mir ist meine Zeit zu wertvoll“ finde ich in Ordnung.

T. sagt auch: „Ich möchte für mich selbst einen gewissen Standard. Nicht finanziell, sondern im Umgang mit mir selbst. Aber ich würde nie erwarten, dass sich andere an mich anpassen. Was ich nicht gut finde ist, jemanden schlechter zu behandeln, weil er anders ist. Für mich passt das, ich würde das anstreben. Aber es ist kein allgemein gültiger Anspruch an die Welt.“

Empfindest du dich selbst als unelegant?“, frage ich T. ganz verwundert denn das Wort passt in meinen Augen gar nicht zu ihr.

„Ja. Ich finde mich ganz oft trampelig. Das ist vielleicht auch ein Grund warum ich immer weiter abnehmen möchte. Ich habe das Gefühl ich brauche zu viel Platz in der Welt, ich steh im Weg, ich möchte mich unsichtbar machen, bin ungeschickt, trampelig, tollpatschig.“

Sie erzählt von ihrer Reise nach Amsterdam und dem Besuch eines „Schulungshotels“. Jede große Hotelkette hatte dort jeweils ein Zimmer eingerichtet, die angehenden Hotelfachfrauen und -männer „übten“ dort. „Die Zimmer waren alle ganz ganz großartig und meine Kollegin kommt rein und sagt „Boah das ist voll schick. Das passt voll zu Dir!“ Das war ein sehr schönes Kompliment. Ich glaube es war ein unbewusstes Kompliment für sie. Ich hab mich unheimlich darüber gefreut.“

Ich frage T.: „Wenn Du so ein Kompliment bekommst, gerät da Deine Selbstwahrnehmung ins Wanken? Du hast Dich darüber gefreut aber kommt da auch der Gedanke sie nimmt mich ganz anders wahr als ich mich selbst wahrnehme?“ – „Mittlerweile schon aber das ist ein sehr junges Phänomen. Seit ich angefangen habe zu arbeiten glaube ich.“ ihre Antwort.

Wir setzen den Gedanken fort und sprechen auch über die Wahrnehmung der Menschen um sie herum.

Andere Menschen finde ich eigentlich zu 99% immer schön. Egal welche Figur und wie dick, dünn, hoch, breit, grün gepunktet sie auch sind.“ Wir lachen. „Nur bei mir nicht.“

Sie erzählt von einer Kollegin die übergewichtig ist, die sie aber dennoch als schön und „normal gewichtig“ ansieht. Auf einem Gruppenfoto stellt T. fest wie groß der Unterschied doch ist zwischen ihr und der Kollegin, das man das Übergewicht eben doch sieht. Wir sprechen über das Vergleichen, das T. so vertraut ist. Das Vergleichen zwischen ihr und anderen Frauen. „Seh ich auch so aus? Bin ich dicker? Bin ich dünner?“. Diese Gedanken spielen sich regelmäßig in ihrem Kopf ab.

Ich finde Vergleichen doof. Mir fällt ein Zitat von Christian Bischoff ein. Sinngemäß etwa: Der einzige Mensch mit dem Du Dich vergleichen solltest ist der Mensch der Du gestern warst.

T. erzählt davon das sie früher, als sie übergewichtig war, ohne Scham Shorts getragen hat. Heute fällt ihr das schwer obwohl sie doch nun „die Figur dazu hätte“. Sie zeigt mir ein Foto von sich in Shorts von ca. 2012 und eines von 2018. „Ich habe das Gefühl je mehr ich abgenommen habe desto mehr Selbstbewusstsein ist auch gegangen.“ Sie sagt sie schaut dieses Foto von früher an, fühle sich aber immer noch genauso wie damals. Ich frage mich ob T. in ihrem neuen Körper „angekommen“ ist. Sie verneint. „Dieses Foto drückt mein komplettes Körpergefühl in nur einem Bild so gut aus.“

Wie ist der Blick in den Spiegel für Dich? Stellst Du Dich vor einen Ganzkörperspiegel? Fällt Dir das schwer?“, möchte ich wissen.

„Es fällt mir schwer. Und es kommt meist nichts Positives bei raus. Es ist mehr ein Abchecken ob die Fehler, Makel, Unannehmlichkeiten noch vorhanden sind. Abnehmen hinterlässt halt auch seine Spuren. Und mit diesen kann ich mich überhaupt nicht anfreunden.“ Sie berichtet von Frauen in diversen Abnehmgruppen die mit Stolz ihre Spuren zeigen. Sie selbst kann diesem Gedanken nichts abgewinnen. Unfair findet sie das manchmal. Das sie so hart gearbeitet, so viel abgenommen hat und nun ja trotzdem keinen schönen Körper hat.

„Gibt es eine Zeit in Deinem Leben in der Du Dich wirklich als schön empfunden hast?“, möchte ich wissen. Sie ist sich nicht sicher ob es ganze Zeitspannen gab. Einzelne Momente gab es aber glaubt sie. Sie erzählt von einer Phase, sie war Anfang 20, in der sie sich „ganz gut“ fand, sie „lustigerweise“ aber noch gar nicht bewusst mit dem Abnehmen begann.

Hast Du mal überlegt wieder zuzunehmen um Dich vielleicht besser zu fühlen?“. Diese Frage kommt mir über die Lippen und wie ich sie ausspreche finde ich sie irgendwie skurril und absurd.

Aber T. sagt mir: „Ja tatsächlich habe ich darüber im letzten Monat nachgedacht. Vielleicht habe ich ein „dickes Ich“ in mir und vielleicht wäre das die Lösung für so ein paar Probleme. Vielleicht auch um mich selbst wieder einordnen zu können. Beispielsweise folge ich bei Instagram eher Plus Size Models statt Fitness Gurus. Zum Einen finde ich es optisch nicht so erstrebenswert, zum Anderen weil solche Fitness Gurus auch immer so negative Gefühle auslöse… das ich das nicht schaffe… aber ja, der Gedanke war tatsächlich da.“

Ich möchte wissen wie T. sich eigentlich gefallen würde. Alles Oberflächliche beiseite geschoben, die Gesellschaft, was wir als „schön“ empfinden. Das alles mal ausgeblendet. „Ich mag die Sanduhrfigur, womit ich ja quasi auch Glück hatte. Wenn ich so drüber nachdenke würde ich glaube ich gar nicht so viel verändern zum Jetzt. Ich hätte insgesamt gerne wieder straffere Haut, ein bisschen schmalere Hüften und ein bisschen mehr Brüste, die durch die Abnahme einfach ein bisschen ins Ungleichgewicht geraten sind.“

Mir ist noch was eingefallen wo ich mich schön fand“, sagt T. plötzlich. „Auf den Zombie Fotos! Die hängen auch bei mir an der Wand und da guck ich drauf und fühl mich gut.“

Auf diesen besagten Fotos hatte T. noch etwas mehr auf den Hüften, ich fand sie„menschlich“. Für mich persönlich hatte sie zu diesem Zeitpunkt die „Idealfigur“ und sie gefiel mir damals total gut. „Ich fand Dich da figurtechnisch schön. Total. Und da hattest Du etwas mehr drauf“, sage ich ihr. „Ja. 4 Kilo denke ich“, antwortet sie darauf. „Mehr nicht? Gleich ne Pizza bestellen“, sage ich lachend.

Die Zombiefotos entstanden im November 2015.

Wir kommen zum Thema Schönheits- speziell Brustoperationen. Große Brüste sind für T. ein Schönheitsideal, sagt sie. Aufgrund der Gewichtsabnahme (30kg!) kommt auch der Gedanke an eine Brust OP oft auf.

„Das ist halt so eine Gratwanderung zwischen Selbstliebe und Optimierungswahn. Ich bin mehr als meine Brüste, Selbstliebe, Akzeptanz und so weiter… oder aber ich bin es mir Wert das ich glücklich bin und lösche diesen Faktor der mich belastet einfach aus.“

Ein schwieriges Thema für mich. Eine Brustoperation käme für mich nicht in Frage. Ich hätte das Geld dafür nicht und hätte ich es, wäre ich zu geizig es dafür auszugeben. Außerdem finde ich gemachte Brüste, die oft unnatürlich vom Rest des Oberkörpers abstehen, schlicht nicht schön. Brüste hängen nun mal von Natur aus. Manche mehr, manche weniger, abhängig von Form und Größe.

Ich finde das läuft in unserer Gesellschaft auch total verkehrt. Uns wird eingetrichtert das abstehende Brüste normal sind. Nein das ist nicht normal. Das ist unnatürlich“, sage ich vielleicht ein wenig aufgebracht.

Außerdem komme ich zu dem Gedanken das Selbstliebe trotzdem über OPs geht. Fehlt es an Selbstliebe wird nach der Brustoperationen vermutlich das nächste Körperteil gefunden das „fehlerhaft“ ist. Und das nächste und das nächste. Ein Hamsterrad. Und letztendlich eine Barbie Puppe die letztendlich immer noch unzufrieden mit ihrem Körper ist.

„Das ist ein Gedanke den ich auf jeden Fall mitnehmen werde.“, sagt T.. „Das gemachte Brüste doof sind?“. Wir lachen.

„Nein wieder zuzunehmen. Vielleicht ist das wirklich ein Weg. Oder vielleicht auch einfach nicht mehr abnehmen zu wollen. Anzukommen. Ich hatte jetzt die ganze Zeit den Gedanken weiter abzunehmen. Vielleicht könnte ich es schaffen unter 60kg zu kommen aber, wie Du schon sagst. bleibt dann die Frage ob das überhaupt was bringt? Ob nicht Selbstliebe, Selbstfürsorge und Akzeptanz die Dinge sind auf die man den Fokus legen sollte statt auf Kalorien zählen und Sport? Es hat sich nach 30kg abnehmen nicht soo viel verändert – vom Gefühl her. Warum dann bei den letzten drei oder vier Kilo?“ Ein schöner Gedanke finde ich.

Zum Schluss erzählt T. noch von den für sie „schönen“ Fotos die bei einem unserer Berlin Besuche entstanden. Mein Mann, T.s Freund, T. und ich verbrachten einen Nachmittag an der Ostsee.

Das ist eine Gedankensackgasse in der ich da gerade stecke. Ich weiß das ich da eins meiner niedrigsten Gewichte hatte. Irgendwie hat sich das eingebrannt. Ich mag mich dann wenn ich dieses Gewicht wieder habe.“

Mir kommt ein Gedanke und ich falle ihr ins Wort. „Hast Du mal in Erwägung gezogen das Dir die Ostseefotos gefallen weil das ein gutes Erlebnis war? Dass das mit dem Gewicht gar nicht viel zu tun hat? Du schaust auf die Fotos, fühlst Dich wieder rein in diese schöne Situation in der wir waren….“

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„Das kann sein. Auf das Gewicht bin ich aber vor allem gekommen weil ich mir da optisch mal gefalle. Aber vielleicht auch weil es ein schöner, emotionaler Moment war. Ja…“

Ich mache mir selbst im Geiste die Notiz dass ein technisch perfektes Foto noch lange nicht gerne angesehen wird. Das auch „der Moment“ wertvoll sein muss damit man das „perfekte“ Foto gerne anschaut.

Den Abschluss unseres Vormittags bildet ein Fotoshooting im Sonnenschein, aus dem ich vielleicht noch ein paar Aufnahmen zeigen werde.

Vielen lieben Dank für Dein offenes Herz!

T. möchte einige Zeit nach unserem Gespräch noch etwas zu meinem Beitrag ergänzen.

„Seit ungefähr 6 Wochen beschäftige ich mich näher mit den Themen Selbstfürsorge und Achtsamkeit. Drei Wochen sind seit dem Gespräch vergangen. Und es hat sich einiges getan.

Allgemein zieht sich das Thema Selbstfürsorge mittlerweile durch meinen Alltag, mal mehr und mal weniger stark ausgeprägt. Aber ich bleibe am Ball. Die Wolle darf in letzter Zeit einfach entspannt im Schrank stehen. Es wird der richtige Zeitpunkt kommen, um sie zu verarbeiten.

Vor allem hatte das Gespräch aber Auswirkungen im Bereich abnehmen und Selbstwahrnehmung. Je länger ich darüber nachdachte, desto weniger gut fand ich den Gedanken an eine Brust-Op. Notfalls könnte man das ja irgendwann noch machen. Aber im Moment ist diese Idee verworfen.

Wirklich nachhaltig hat sich der Gedanke des Zunehmens gehalten. Zunehmen muss es erst mal nicht sein, aber ich möchte nicht weiter abnehmen. Und keine Kalorien mehr zählen. Wenn es dadurch etwas mehr wird, ist das im Moment ok für mich.

Mein persönliches Fazit unseres Vormittags: Es ist unglaublich, wie viel so ein tiefer gehender Austausch auslösen kann. Der Blick von außen eröffnet oft ganz neue Perspektiven, löst Knoten und gibt manchmal die letzten kleinen Anstöße, die es für bereits vorhandene, aber nicht ausgesprochene Ideen und Veränderungen braucht.

Müsste ich alle kleinen Gedanken, die das Gespräch positiv beeinflusst haben, aufzählen, könnte ich hier noch ewig schreiben. Selbst aus so kleinen Dingen wie der Stichpunkt „Tut mir das gerade gut?“ entstehen unglaubliche Kettenreaktionen, die so viel mehr im Leben beeinflussen.

Danke für deine Zeit, das inspirierende Gespräch und die schönen Fotos :-*